Auf dieser Seite soll
gesondert auf besondere Themen rund um das Thema
Langfristige Witterungsprognosen eingegangen werden.
Dazu zählen Ergebnisse alternativer
Prognosemethoden, die Diskussion möglicher noch
unberücksichtigter Einflussfaktoren auf unsere
Witterung, sowie klimaspezifische Analysen und
Auswertungen. Die Rubrik wird in unregelmäßigen
Abständen aktualisiert. Für die einzelnen
Spezial-Beiträge der Vergangenheit ist außerdem ein
Archiv
vorhanden, welches kontinuierlich wächst.
Kalter oder milder Januar
2016?
Während das LRFS-Verfahren (s.o.) von einem relativ
milden Januar ausgeht, gibt es aber durchaus auch
andere Signale. Einen interessanten Zusammenhang
zwischen November und Januar offenbart der Blick auf
eine spezielle Statistik. Betrachtet man sich
nämlich nur diejenigen November, die seit 1881 in
Deutschland um mindestens 1.3 K zu warm (gegenüber
dem langjährigen Mittel 1951 - 2010) und
niederschlagsreicher als normal ausfielen, so zeigte
sich, dass der Januar in allen 10 Fällen mit
besagten Vorbedingungen entweder kälter (8 Fälle)
oder nur minimal wärmer als normal (2 Fälle jeweils
+0.3 K) war. In den beiden letztgenannten Fällen war
stattdessen der Februar kälter als normal.
Offensichtlich haben also sehr
milde und tiefdruckgeprägte November in aller Regel
Hochwinter mit zumindest stärkeren oder häufigeren
Kältephasen zur Folge. Zuletzt zeigten sich im Jahr
2009 die Bedingungen gegeben, der darauffolgende
Januar war sehr kalt. Da die November-Bedingungen
auch dieses Jahr deutlich erfüllt waren, spräche der
Zusammenhang eher für einen kalten oder wenigstens
normalen Januarverlauf.
Bei einer Grundwahrscheinlichkeit von 56 % für das
Auftreten eines zu kalten oder nur minimal zu milden
Januars bedeuten 10 entsprechende Fälle zwar noch
keinen eindeutigen Beleg, doch immerhin ein
Ergebnis, welches auf dem 99 %-Niveau signifikant
ist. Nebenbei ist erstaunlich, dass es die
Kombination sehr milder + trockener November
häufiger in der Vergangenheit gab, als die oben
erwähnte mit zu nassem Verlauf, was auch die relativ
geringe Fallzahl zur Folge hat.